Verbesserte Nutzung des PV-Stromes durch Wärmepumpen ohne Smart Grid Funktion.

Wärmepumpe    

Allgemeine Information

Hier wird beschrieben, durch welche Reglereinstellungen ein Großteil der Wärmeerzeugung auf die Tageszeit verlegt werden kann, in der mit PV-Ertrag gerechnet wird.

In Heiz- und Warmwasseranlagen, in denen die Wärmeerzeugung vorwiegend durch eine Elektro-Wärmepumpe erfolgt, kann die Eigennutzungsquote des erzeugten PV-Stromes, durch entsprechende Anpassungen der Heiz- und Warmwasser-Zeitprogrammen in gewissen Rahmen erhöht werden.
Allgemein gilt hier, dass die Wärmeerzeugung auf höherem Niveau vorwiegend in der Tageszeit stattfinden soll, in der mit ausreichender PV-Leistung für den Wärmepumpenbetrieb gerechnet werden kann.
Das heißt, es sollen in den Heiz- und Warmwasserkreisen keine konstanten Raum- und Warmwassertemperatursollwerte vorgegeben werden, sondern durch angepasste Uhrenprogramme zwischen Normal- und Spar-Raumsollwerte und zwischen Warmwasser-Ladefreigabe und Sperre bzw. Spartemperatur im Tageszyklus umgeschaltet werden.

Bei allen in BARTL WÄRMEPUMPEN eingesetzten Heizungsregler schaltet das Zeitprogram für Heizen zwischen zwei Raumsollwerte um.
Die Raumsollwerte werden von den Regelungsherstellern zwar unterschiedlich genannt, ihre Bedeutungen sind aber immer die Gleichen:
Tages-Raumsollwert = Komfortbetrieb = Normaltemperatur Heizbetrieb und
Absenk-Raumsollwert = Reduzierter Betrieb = Spar Raumtemperatur Heizbetrieb

Regelung: Bezeichnungen der Raumsollwerte:
EbV: Beta-, Delta- und Gamma-Serie Tages-Raumsollwert und Absenk-Raumsollwert
Danfoss ECL 301 mit Applikationskarte H06 (Bartl WP)

Komfortbetrieb und reduzierter Betrieb

TEM SE 6001 WPC bis SE 6024 mit ID 522090

Normaltemperatur Heizbetrieb und Spar Raumtemperatur Heizbetrieb


Das Warmwasser-Zeitprogramm schaltet bei EbV Beta-, Delta- und Gamma-Regler und TEM Regler Release 1 und 2 zwischen Ladefreigabe und Ladesperre um, beim EbV Theta-Regler und Danfoss Regler zwischen Normal- und Spar-Warmwassertemperatur-Sollwerten.

Empfehlungen zu den Einstellungen der Zeitprogramme:

Die Zeitperiode für den Normalbetrieb soll in den Heizkreisen unter Berücksichtigung der Wärmedämmeigenschaften des Gebäudes täglich etwa zwischen 10 und 18 Uhr stattfinden. Bei hoher Wärmedämmfähigkeit des Gebäudes kann dieses Zeitfenster noch etwas reduziert, bei geringerer Wärmedämmfähigkeit des Gebäudes muss dieses Zeitfenster eventuelle etwas ausgedehnt werden.
Das Zeitprogramm für die Warmwassererwärmung muss am Nutzungsprofil angepasst werden und berücksichtigen, ob eine thermische Solaranlage die Warmwassererwärmung unterstützt oder nicht.
In der Sparperiode kann nicht nur der Raumsollwert und damit die Vorlauftemperatur des Heizkreises abgesenkt, sondern durch entsprechende Einstellung der Heizgrenze für den Sparbetrieb (Totalstopp) der Heizkreis ganz abgeschaltet werden.

Einstellung des Totalstopps:

Bei den EBV Regelungen wird der Parameter „Reduzierter Betrieb“ auf ECO gestellt.
Auszug aus der EbV Bedienungsanleitung:
„Während des reduzierten Betriebs erfährt der jeweilige Heizkreis eine Totalabschaltung, sofern die Außentemperatur über der eingestellten Frostschutzgrenze liegt.“
Bemerkung: Die Frostschutzgrenze kann ggf. bis -10°C heruntergestellt werden.

Bei der Danfoss Regelung wird auf der grauen Kartenseite in Kreis I die Zeile 21 auf ON gestellt.
Auszug aus der Danfoss Bedienungsanleitung:
 „Bei Totalstopp wird die Vorlauftemperatur auf 10 °C gesenkt und die min. Begrenzung der Vorlauftemperatur wird in der Phase mit reduzierter Temperatur übersteuert. Das Regelventil wird geschlossen und die Pumpe ausgeschaltet.“

Bei allen TEM Regelungen kann die Heizgrenze für den Sparbetrieb (Parameter 03-001) bis auf -10°C heruntergestellt werden.

Bemerkungen:

Bei Danfoss ECL 301 und TEM Regelungen ab der zweiten Generation (Release 2 ab ID 520097 aufwärts) könnte durch ein Sonderzeitprogramm eine Puffer-Ladung auf Maximaltemperatur angefordert werden, wenn Heizbetrieb stattfindet.
Von der Nutzung dieser Option wird aber aufgrund des verminderten Wirkungsgrades der Wärmepumpe bei hoher Vorlauftemperatur abgeraten.
Die Puffertemperatur wird am besten mit einem in seiner Leistung regelbaren Elektroheizstab, wie z.B. von Askoheat+ (System Askoma Power to Heat) erhöht.
Sie finden zu diesem System Informationen unter:  Die Freude am Heizen

Eine ganz optimale Nutzung des PV-Stromes ist nur in Verbindung mit der Smart Grid Funktion möglich da hier ein Vorzugsbetrieb nur dann erfolgt, wenn die von der Wärmepumpe benötigte Leistung als Netz-Einspeiseleistung tatsächlich vorliegt. Ein starres Zeitprogramm kann die witterungsbedingten Leistungseinbrüche einer PV-Anlage nicht berücksichtigen und damit auch Hochladungen auslösen, die u.U. rein mit Bezugsstrom erfolgen.
Unsere aktuellen Wärmepumpencontroller. Bartl 4.1 und TEM SE 6024 WPC ab ID 521481 verfügen über die Smart Grid Funktion und damit auch über Spar- Normal- und Vorzugsbetrieb-Sollwerte in allen Verbraucherkreisen. (Heiz-, Kühl- und Warmwasserkreise.)
 

 

 

 



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ino Wärmepumpen GmbH